Vorsorgekoloskopie als Prophylaxis für Darmkrebs ab 45 Jahre

Die Vorsorgekoloskopie zur Vorbeugung von Darmkrebs ab 45 Jahren

Darmkrebs gehört bei uns in Österreich und Europa zu den häufigsten Krebserkrankungen. Schätzungsweise mehr als 356.000 neue Fälle von Darmkrebs wurden in der EU allein 2022 diagnostiziert. Damit machte die Erkrankung im genannten Jahr rund 13 Prozent aller neu diagnostizierten Krebsfälle aus und zählt bis heute zu den meist verbreiteten Krebsarten. Bei Frauen lag sie 2022 an zweiter Stelle, bei Männern an dritter Stelle.

Die Erkrankung tritt typischerweise in einem höheren Lebensalter auf. So sind beispielsweise statistisch gesehen von 1000 Menschen, die zum ersten Mal mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert werden, 963 Personen über 50 Jahre alt. Für Menschen ab 45 spielt die Vorsorgekoloskopie als Prophylaxe darum eine sehr wichtige Rolle, denn sie kann unter Umständen Leben retten.

Die Bedeutung der Vorsorgekoloskopie

Die Vorsorgekoloskopie ist deshalb so wichtig, weil Krebs im Darm in vielen Fällen über Jahre hinweg völlig unbemerkt entsteht. Er entwickelt sich stets aus Schleimhautveränderungen: den sogenannten Darmpolypen. Diese verursachen oft über lange Zeit keinerlei Beschwerden. Ohne eine gezielte Untersuchung bleiben die Veränderungen deshalb oft unentdeckt, bis sich daraus irgendwann ein bösartiger Tumor entwickelt. Bei der Vorsorgekoloskopie geht es darum, potenziell gefährliche Veränderungen zu erkennen, bevor Krebs überhaupt entsteht. Diese Art der Früherkennung ist für Sie daher eine wertvolle Krebsprävention, die Sie ab dem 45. Lebensjahr nutzen können und sollten. Etwa ab diesem Alter steigt das Risiko für Darmkrebs nämlich erheblich an.

Gut zu wissen: Die Vorsorge ist auch dann sinnvoll, wenn Sie sich zu diesem Zeitpunkt vollkommen gesund fühlen und keine Beschwerden haben. Sie setzt nämlich nicht erst an, wenn Probleme mit dem Darm auftreten, sondern schützt Sie schon vorher. Wird Darmkrebs erst entdeckt, wenn Sie Symptome feststellen und daraufhin einen Arzt aufsuchen, befindet sich die Erkrankung häufig schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Erkennt man ihn dagegen schon früh oder bereits bei seiner Entstehung, sind die Heilungschancen deutlich besser. Somit ist die Vorsorgekoloskopie eine der effizientesten Maßnahmen überhaupt, um die Erkrankung entweder ganz zu verhindern oder sie in einem Stadium zu entdecken, in dem sie noch sehr gut behandelbar ist.

Was genau ist eine Vorsorgekoloskopie?

Auch wenn Ihnen der Begriff Vorsorgekoloskopie nicht ganz geläufig ist: Einige Synonyme für diese standardisierte Untersuchung haben Sie bestimmt schon einmal gehört, denn sie ist auch unter den Bezeichnungen Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchung, Kolon-Check und Darmspiegelung bekannt. Wenn es um die frühzeitige Erkennung von Krebs im Darm geht, ist sie nach wie vor der Goldstandard, da sie als sehr sicher und zuverlässig gilt. Die Vorgehensweise lässt sich gut erklären.

In den Dickdarm des Patienten wird über den After ein spezielles Endoskop eingeführt. Der medizinische Fachbegriff für das Gerät ist Koloskop. Es ist besonders biegsam und flexibel und setzt sich aus einem etwa fingerdicken Schlauch, einer hochauflösenden Kamera sowie einer Lichtquelle zusammen. Mit diesem hoch präzisen Instrument können mögliche Darmpolypen, Gewebeveränderungen und andere Anomalien verlässlich aufgespürt und bei Bedarf sogar direkt entfernt werden, denn es überträgt Echtzeitbilder vom Inneren des Darms auf einen Monitor. Es handelt sich hier um einen minimalinvasiven und schonenden Eingriff, für den der Patient bei Bedarf oder auf Wunsch sediert wird. Ich erkläre Ihnen nachfolgend den genauen Ablauf.

  • 1. Vor der Untersuchung findet in der Regel ein ausführliches Aufklärungsgespräch statt. Dabei haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder eventuelle Sorgen beziehungsweise Ängste zu äußern. Ich nehme mir ausreichend Zeit für Sie und gehe individuell auf Sie und Ihre gesundheitliche Situation ein.Dies gilt insbesondere für bestehende Vorerkrankungen sowie aktuell eingenommene Medikamente. Auch mögliche Allergien werden dabei berücksichtigt. Besonders wichtig ist die Information über Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen. Je nach individueller Situation kann es gegebenenfalls sinnvoll sein, diese Medikamente vorübergehend anzupassen oder zu pausieren. Selbstverständlich erfolgt dies immer in enger Abstimmung mit Ihnen und wenn notwendig auch mit Ihrem behandelnden Arzt.
  • 2. Die Vorbereitung des Darms beginnt stets am Morgen vor der eigentlichen Untersuchung, die am Nachmittag stattfindet. Das ist für Sie besonders schonend. Ziel dieser Vorbereitung ist es, den Dickdarm vollständig zu reinigen, damit die Darmschleimhaut während der Spiegelung optimal sichtbar ist. In der Regel bekommen Sie dafür ein Abführmittel und eine spezielle Vorbereitungslösung, die Sie zu sich nehmen. Beides befreit den Darm von Stuhl und gewährt mir während der Darmspiegelung eine freie Sicht. Während dieser Vorbereitungsphase kommt es durch die abführenden Maßnahmen zu häufigem Stuhlgang, bis schließlich nur noch eine fast klare Flüssigkeit ausgeschieden wird. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Darm ausreichend gereinigt ist. Wichtig ist außerdem, dass Sie sich bis zum Abend des Vortages ganz normal ernähren dürfen.
  • 3. Am Untersuchungstag kommen Sie zur vereinbarten Zeit zu mir in die Ordination. Nach Ihrer Anmeldung werden noch einmal wichtige Informationen überprüft: etwa die Medikamente oder mögliche Allergien. Anschließend werden Sie in den Untersuchungsbereich der Chirurgie begleitet und auf die Untersuchung vorbereitet. Bleiben Sie ganz entspannt, denn ich führe eine sogenannte sanfte Koloskopie durch, das heißt, Sie erhalten in der Regel eine kurze Sedierung, die auch als Dämmerschlaf bezeichnet wird. Diese Sedierung sorgt dafür, dass Sie die Untersuchung nicht bewusst wahrnehmen, während Sie weiterhin selbstständig atmen. Es handelt sich dabei also nicht um eine Vollnarkose.Da es bei der Darmspiegelung durch die Reizung des Gewebes zu einer etwas erhöhten Empfindlichkeit kommen kann, wird Ihnen bei Bedarf selbstverständlich zusätzlich ein linderndes Medikament verabreicht. Während der gesamten Untersuchung werden Ihre Vitalwerte wie Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung meist kontinuierlich überwacht.
  • 4. Die eigentliche Vorsorgekoloskopie beginnt dann, wenn die Sedierung wirkt. Dazu führe ich das vorhin beschriebene Koloskop vorsichtig über den After in den Dickdarm ein. Das Gerät wird langsam bis zum Übergang zwischen Dick- und Dünndarm vorgeschoben. Die Kamera überträgt währenddessen hochauflösende Bilder auf einen Monitor, sodass ich die gesamte Darmschleimhaut sorgfältig kontrollieren und untersuchen kann.Um eine gute Sicht auf die Darmwand zu ermöglichen, wird während der Untersuchung eine kleine Menge Luft oder Kohlendioxid in den Darm eingebracht. Dadurch entfaltet sich der Darm und die Schleimhaut kann vollständig betrachtet werden. Das Kohlendioxid wird vom Körper sehr schnell wieder aufgenommen, weshalb mögliche Druck- oder Völlegefühle nach der Untersuchung meist schnell wieder abklingen. Nachdem das Endoskop den gesamten Dickdarm erreicht hat, wird es langsam wieder zurückgezogen. Auch während dieser Rückzugsphase erfolgt eine sorgfältige Beurteilung der Darmschleimhaut. So können auch kleinste Veränderungen erkannt werden.Sollte ich während der Untersuchung Polypen oder auffällige Schleimhautveränderungen entdecken, kann ich diese meist direkt im selben Untersuchungsschritt entfernen. Die Polypentfernung erfolgt mit speziellen Instrumenten, die über das Endoskop eingeführt werden. Dank meiner Erfahrung ist es mir möglich, selbst große Polypen zu entfernen, so dass Sie nicht in einem Spital aufgenommen werden müssen. Gegebenenfalls kann ich auch kleine Gewebeproben (Biopsien) entnehmen die anschließend im Labor feingeweblich untersucht werden. Normalerweise dauert die Untersuchung etwa 20 bis 30 Minuten, sie kann jedoch etwas länger dauern, wenn zusätzliche Maßnahmen wie eben die Polypentfernung durchgeführt werden. Dank der Sedierung empfinden die meisten Patientinnen und Patienten die Untersuchung aber nicht als sehr unangenehm und erinnern sich danach häufig kaum daran. Sie liegen während der Vorsorgekoloskopie bequem auf der Seite.

Das richtige Verhalten nach der Vorsorgekoloskopie

Nach der Untersuchung verbringen Sie zunächst einige Zeit im Ruhe- beziehungsweise Aufwachbereich meiner Ordination, bis die Wirkung der Sedierung vollständig nachlässt. Auch wenn Sie sich schon nach kurzer Zeit wieder wach und orientiert fühlen, kann Ihre Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit noch für mehrere Stunden eingeschränkt sein. Aus diesem Grund sollten Sie am Tag der Untersuchung kein Auto fahren, keine Maschinen bedienen und keine wichtigen Entscheidungen treffen. Es ist daher sinnvoll, bereits im Vorfeld eine Begleitperson zu organisieren, die Sie nach Hause begleitet.

Verbringen Sie den restlichen Tag möglichst ruhig und vermeiden Sie nach Möglichkeit körperliche Anstrengung. Sobald Sie sich wohlfühlen, dürfen Sie in der Regel auch wieder ganz normal essen und trinken. Ein bis zwei Tage nach der Untersuchung kann es gegebenenfalls zu leichten Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen kommen. Das ist ganz normal und klingt schnell wieder ab. Sollte ich während der Koloskopie Polypen entfernt oder Gewebeproben entnommen haben, bekommen Sie von mir, falls erforderlich, zusätzliche individuelle Hinweise und Tipps zum Verhalten. Grundsätzlich verläuft die Erholungsphase jedoch sehr unkompliziert, sodass Sie oft bereits am nächsten Tag wieder Ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen können.

Wie oft sollte eine Vorsorgekoloskopie durchgeführt werden?

In Österreich können Versicherte seit Oktober 2025 schon ab dem 45. Lebensjahr an Früherkennungsuntersuchungen gegen Darmkrebs teilnehmen. Da ich für die Vorsorgekoloskopie mit allen Kassen zusammenarbeite, ist die eigentliche Darmspiegelung für Sie kostenlos.

Zu dieser Vorsorge zählt neben der Darmspiegelung auch eine Stuhlprobe. Der moderne immunologische Stuhltest (FIT) ist dabei deutlich genauer als der früher üblicherweise verwendete Hämoccult-Test. Während die ältere Variante nämlich auch auf bestimmte Nahrungsmittel reagieren konnte, weist der FIT gezielt menschliches Blut nach und erkennt Blutungen im Dickdarm darum viel zuverlässiger. Er kann und sollte einmal jährlich durchgeführt werden. Der Grund für das kurze Intervall ist, dass Blutungen aus Polypen oder frühen Tumoren nicht unbedingt dauerhaft auftreten müssen. Das heißt: Ein einmaliger Test kann unauffällig sein, obwohl später Blut nachweisbar wäre. Wird der Test jedoch jedes Jahr wiederholt, steigt die Chance, solche Veränderungen früh zu erkennen, erheblich an. Wichtig: Ein positives Ergebnis bedeutet nicht zwangsläufig Krebs, ist aber ein dringender Hinweis darauf, eine Koloskopie zur genauen Abklärung durchzuführen.

Wenn bei der Untersuchung keine Auffälligkeiten festgestellt werden, reicht für die Vorsorgekoloskopie in der Regel ein Untersuchungsintervall von etwa zehn Jahren aus. Dieser relativ lange Abstand lässt sich ebenfalls medizinisch erklären. Krebs entwickelt sich im Darm nämlich sehr langsam, und in vielen Fällen entstehen bösartige Tumore aus zunächst gutartigen Darmpolypen erst über viele Jahre hinweg. Daher genügt es bei einem unauffälligen Befund meist, die Darmspiegelung erst nach einem längeren Zeitraum zu wiederholen. Werden während der Koloskopie Polypen entdeckt und entfernt oder zeigen sich andere auffällige Veränderungen der Darmschleimhaut, kann ein kürzeres Kontrollintervall sinnvoll sein. In solchen Fällen erkläre ich Ihnen selbstverständlich, wann die nächste Untersuchung erfolgen sollte, und gebe Ihnen entsprechende Empfehlungen mit auf den Weg.

Häufig bietet sich dann eine erneute Koloskopie bereits nach drei bis fünf Jahren an: beispielsweise um sicherzustellen, dass sich keine neuen Veränderungen entwickeln. Auch bei bestimmten Risikofaktoren kann es notwendig sein, die Vorsorge früher zu beginnen oder in kürzeren Abständen durchzuführen. Zu solchen Risikofaktoren gehören etwa familiäre Vorbelastungen mit Darmkrebs oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

Mittlerweile weiß man zudem, dass auch Faktoren wie Übergewicht, Rauchen, Alkohol sowie der häufige Konsum von stark verarbeitetem Fleisch das Risiko für krankhafte Darmveränderungen erhöhen können. Darum ist es wichtig, die eigenen Ess- und Lebensgewohnheiten von Zeit zu Zeit kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern.

So tragen Sie zusätzlich zur Darmkrebsvorsorge bei

Neben der regelmäßigen Vorsorgekoloskopie gibt es eine ganze Reihe von Lebensstil-Faktoren, mit denen Sie selbst aktiv dazu beitragen können, Ihr Darmkrebsrisiko zu senken. Die Medizin weiß nämlich schon lange, dass die Ernährung, der Umfang der körperlichen Bewegung sowie allgemeine Gesundheitsgewohnheiten einen wichtigen Einfluss auf die Entstehung haben können. Einen Schwerpunkt bildet dabei ein ausgewogener und ballaststoffreicher Speiseplan. Möglichst naturbelassene Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte fördern eine gesunde Darmfunktion und unterstützen eine vielfältige Darmflora. Auch ein maßvoller Umgang mit Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln kann sich positiv auf die Darmgesundheit auswirken.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist regelmäßige körperliche Bewegung. Bereits moderate Aktivitäten wie zum Beispiel zügiges Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen leisten einen wertvollen Beitrag zur Senkung des Krebsrisikos. Warum? Weil Bewegung unter anderem den Stoffwechsel unterstützt, beim Erhalt eines gesunden Körpergewichts hilft und sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Sie merken also, die Vorsorgekoloskopie ab 45 ist richtig und wichtig, doch damit dabei keine Auffälligkeiten entdeckt werden, sollten Sie konsequent einen möglichst gesunden Lebensstil führen.

Sie wollen auf Nummer sicher gehen und eine Vorsorgekoloskopie durchführen lassen?

Oder haben Sie vielleicht noch Fragen zur Darmspiegelung und der damit verbundenen Darmvorbereitung? Ich stehe Ihnen gerne mit Erfahrung und Kompetenz zur Verfügung!

Setzen Sie sich einfach mit mir in Verbindung oder nutzen Sie direkt meine komfortable und praktische Online-Terminbuchung für ein kostenpflichtiges Vorstellungsgespräch. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen und Sie in meiner Chirurgie begrüßen zu dürfen!

Die Inhalte der Videos dienen ausschließlich der Informationsbereitstellung.

Diese ersetzen daher weder einen Besuch bei einem Arzt oder Ärztin noch eine professionelle Beratung und Behandlung durch eben diese. Diese Videos stellen keine Aufforderung zur eigenständigen Diagnose und/oder Behandlung bei gesundheitlichen Beschwerden dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultieren Sie umgehend einen Arzt oder Ärztin.

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Dieses Video erklärt Ihnen wie eine Darmspiegelung durchgeführt wird.

Videolänge: 1 Minuten 22 Sekunden | Auflösung: High-Definition

Koloskopie - Darmspiegelung

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