Robotische Bauchspeicheldrüsenchirurgie

Robotische Bauchspeicheldrüsenchirurgie als schonende Alternative zu herkömmlichen Verfahren

Die Bauchchirurgie im Wandel der Zeit: ein Einstieg

Operationen an der Bauchspeicheldrüse galten lange als riskante und schwierige Eingriffe, die ein Höchstmaß an Erfahrung und Präzision seitens behandelnder Mediziner erforderten. Dies ist nicht zuletzt auf die besondere Lage tief im Bauchraum inmitten essenzieller Blutgefäße und anderer Organe zurückzuführen.

Die kontinuierliche Weiterentwicklung der Chirurgie in den vergangenen Jahrzehnten zusammen mit dem Einzug moderner Technologien hat jedoch neue, sanftere Behandlungswege eröffnet. Eine davon ist die hier vorgestellte robotische Da-Vinci-Bauchspeicheldrüsenchirurgie, die die Mediziner auf effektive Weise in ihrer Arbeit unterstützt.

In diesem Artikel erfahren Sie, was es mit dieser Methode genau auf sich hat, wann sie zum Einsatz kommt, und welche Vorteile sie, unter anderem in Abgrenzung zur offenen Operation, für die Patienten bereithält.

Funktionsweise und Bedeutung der Bauchspeicheldrüse für den menschlichen Organismus

Die Bauchspeicheldrüse, in der Medizin auch als Pankreas bezeichnet, ist im oberen Bauchraum hinter dem Magen angesiedelt. Eine Schlüsselrolle übernimmt das rund 15 bis 20 Zentimeter lange Organ vor allem bei Verdauungs- und Stoffwechselprozessen. Zu ihren Hauptaufgaben zählen:

  • Die Produktion von Verdauungsenzymen, die für die Verdauung von Fetten, Kohlenhydraten und Eiweißen unverzichtbar sind. Konkret sorgen sie nach der Abgabe in den Dünndarm für die Spaltung der Nahrung in einzelne Bestandteile.
  • Die Bildung wichtiger Hormone, allen voran Insulin und Glukagon. Beide Hormone sind an der Regulation des Blutzuckerspiegels im menschlichen Körper beteiligt.

Krankheiten der Bauchspeicheldrüse führen unweigerlich zu einer Beeinträchtigung von Verdauung, Stoffwechsel sowie anderen verbundenen Abläufen.

Erkrankungen der Bauchspeicheldrüse, die eine OP erforderlich machen können

Zahlreiche Beschwerden der Bauchspeicheldrüse lassen sich mithilfe von Arzneimitteln oder anderen Therapieformen lindern und behandeln. Erweisen sich diese jedoch als unwirksam, so bleibt in der Regel nur der operative Eingriff. Einige der häufigsten Bauchspeicheldrüsenerkrankungen seien im Folgenden kurz aufgeführt.

Bauchspeicheldrüsenkrebs (Pankreaskarzinom)

Tumore der Bauchspeicheldrüse führen die Liste der häufigsten Gründe für einen operativen Eingriff an. Dabei kann es sich um gutartige, sprich benigne, oder bösartige bzw. maligne Tumore handeln. Bei Letzteren ist rasches Handeln gefragt.

Ein operativer Eingriff, bei dem die Geschwulst komplett entfernt wird, ist in der Regel der einzige Behandlungsweg. Je früher dieser erfolgt, desto größer sind die Genesungschancen.

Als besondere Herausforderung erweist sich in diesem Zusammenhang, dass Bauchspeicheldrüsenkrebs oftmals erst im fortgeschrittenen Stadium erkannt wird und Patienten lange ein beschwerdefreies Dasein führen.

Bauchspeicheldrüsenzysten (Pankreaszysten)

Bei Pankreaszysten handelt es sich um in der Bauchspeicheldrüse befindliche, mit Flüssigkeit gefüllte Hohlräume, die in einem Großteil der Fälle gutartiger Natur sind. Häufig treten sie in Form von Pseudozysten nach Entzündungen auf.

Ob eine Operation notwendig ist, hängt von den potenziellen damit einhergehenden Risiken ab. Nicht-invasive bildgebende Verfahren wie Computertomografie (CT) und Magnetresonanztomografie (MRT) ermöglichen eine genauere Diagnose.

Im Gegensatz zu den harmlosen Pseudozysten gelten die sogenannten Intraduktalen Papillär-Muzinösen Neoplasien (IPMN) sowie die Muzinös-zystischen Neoplasien (MCN) als Vorstufen von Bauchspeicheldrüsenkrebs mit hohem Entartungsrisiko.

Rund 80 Prozent der IPMNs wachsen im Pankreaskopf, sprich im Gangsystem der Bauchspeicheldrüse. Männer und Frauen sind gleichermaßen betroffen. Sind die IPMNs im Seitengang angesiedelt, so dient eine engmaschige Beobachtung oftmals als erste Maßnahme. Eine Lage im Hauptgang wiederum erfordert zumeist eine chirurgische Entfernung.

MCNs befinden sich überwiegend im Pankreasschwanz. Hier dominieren mit etwa 95 Prozent der Erkrankten eindeutig Frauen im mittleren Lebensalter zwischen 40 und 50 Jahren. Aufgrund des hohen malignen Potenzials dieser zystischen Tumorvariante wird grundsätzlich eine Resektion empfohlen.

Zusammenfassend ist festzuhalten, dass gerade mit Blick auf die potenzielle bösartige Entwicklung von Neoplasien im Pankreas der elektiven Bauchspeicheldrüsenchirurgie als Prophylaxe von Bauchspeicheldrüsenkrebs eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zukommt.

Entzündungen der Bauchspeicheldrüse (Pankreatitis)

Zeitigen konservative Behandlungsformen einer chronischen Pankreatitis keinen Erfolg, so erweist sich ein chirurgischer Eingriff oftmals ebenfalls als letzter Ausweg. Eine Verengung der Gallenwege, Zystenbildung sowie anhaltende, therapieresistente Schmerzen sind nur einige Anhaltspunkte für einen ernsten Verlauf. Eine OP wird ebenfalls erforderlich, wenn es sich um eine PPRS1 Mutation handelt. Dabei verursacht ein Gendefekt in Form der hereditären Pankreatitis eine vererbbare Variante der chronischen Bauchspeicheldrüsenentzündung.

Bei einer akuten bzw. nekrotisierenden Pankreatitis wiederum wird heute grundsätzlich nicht mehr operiert.

Verschiedene Operationsverfahren im Diskurs

Je nach Krankheitsbild und individuellen Rahmenbedingungen stehen verschiedene chirurgische Eingriffe zur Auswahl.

Die offene Bauchspeicheldrüsenoperation als traditionelle Variante

Die sogenannte offene Operation gilt in der Bauchchirurgie als Klassiker. Um dem Behandlungsteam einen direkten Zugang zur Bauchspeicheldrüse zu ermöglichen, wird ein großer Schnitt im Bauchraum vorgenommen.

Vor allem bei stark wuchernden Tumoren, die auch vor umliegenden Arterien und Organen nicht haltmachen, gewährt die offene Technik die wohl beste Option für einen klärenden Überblick.

Vergleichbares gilt für komplexe chronische sowie akut nekrotisierende Entzündungen, die das Entfernen von Organgewebe verlangen.

Die offene Bauchspeicheldrüsenoperation wird seit vielen Jahren erfolgreich angewendet. Aufgrund der Schwere und Komplexität des Eingriffs gilt das Risiko für auftretende Komplikationen wie Infektionen im Vergleich zu anderen Bauchoperationen jedoch als besonders hoch.

Die Schlüssellochchirurgie als minimalinvasive Alternative

Die laparoskopische Chirurgie, auch unter den Begriffen „Schlüssellochchirurgie“ oder einfach nur Bauchspiegelung bekannt, bezeichnet ein minimalinvasives Verfahren.

Dabei wird ein sogenanntes Laparoskop, sprich ein dünnes Rohr, über kleine, ca. 1 cm lange Hautschnitte in den Bauchraum eingeführt. Mithilfe einer integrierten Lichtquelle und Kamera gewährt dieses Live-Einblicke in das Operationsfeld.

Patienten profitieren bei dieser modernen OP-Form von zahlreichen Vorzügen. Eine deutliche Reduktion von Schmerzen und Infektionsrisiko, weniger Narben und eine insgesamt raschere Genesung sind nur einige Beispiele.

Ein in diesem Zusammenhang wichtiger Hinweis: Die laparoskopische Pankreasresektion wurde weitestgehend durch die im Folgenden beschriebene robotische Chirurgie ersetzt. Grund sind die besseren Resultate bei gleichzeitig geringerer Infektionsgefahr.

Präzise und beschwerdearm: die robotische Bauchspeicheldrüsenchirurgie

Die robotische Chirurgie ist eine moderne Weiterentwicklung der minimalinvasiven Chirurgie. Entsprechend zeichnet sie sich ebenfalls durch im Vergleich zur offenen OP winzige Einschnitte aus, die das Ausmaß des physischen Traumas an der Bauchwand deutlich senken. Feinste Bewegungen begünstigen ein noch genaueres und risikoärmeres Arbeiten. Ermöglicht wird dieses durch das ausgefeilte roboter-assistierte Da-Vinci-System.

Wie dieses bei einem Eingriff an der Bauchspeicheldrüse genau ausschaut, beschreibt der folgende Absatz.

Die robotische Bauchspeicheldrüsenoperation im Detail

Ähnlich wie bei der laparoskopischen Chirurgie erfolgt die robotische Operation über mehrere kleine Einschnitte in den Bauchraum.

Dabei befindet sich der Chirurg nicht am Operationstisch, sondern an einer Konsole, die der umfassenden Kontrolle und Steuerung des Da-Vinci-Systems dient. Die an Roboterarmen befestigten chirurgischen Instrumente verfügen über 7 Freiheitsgrade (Bewegungsrichtungen) und ein entsprechend umfangreiches mobiles Spektrum. Die in den Bauchraum eingeführte 3D-Kamera liefert ein klares, dreidimensionales Bild und erweist sich so als unverzichtbares Hilfsmittel bei der Entscheidung zum weiteren Vorgehen.

Wissenswertes zum Ablauf einer robotischen Bauchspeicheldrüsenoperation

Die Vorbereitungsphase

Im Vorfeld einer robotischen Pankreasoperation werden ähnlich wie bei anderen medizinischen Eingriffen vorbereitende Untersuchungen wie Bluttests und bildgebende Verfahren durchgeführt. Hinzu kommen Gespräche mit den behandelnden Ärzten, das Anästhesieteam eingeschlossen, in denen offene Fragen und Unsicherheiten geklärt werden können.

Was passiert genau am Operationstag?

Der Eingriff erfolgt unter Vollnarkose und kontinuierlicher Kontrolle essenzieller Körperfunktionen durch entsprechendes Fachpersonal.

Wie bereits beschrieben wird die OP bis ins kleinste Detail von der durch den Chirurgen kontrollierten Konsole mit 3D-HD-Sicht aus durchgeführt. Ob Teilresektion oder komplexe Whipple-Operation, letztere dient der Entfernung von Tumoren im Pankreas, in Gallengängen oder im Zwölffingerdarm: Die Da-Vinci-Roboterchirurgie verspricht verbesserte Resultate. Mithilfe von vier flexiblen Roboterarmen und feinen freibeweglichen Instrumenten erfolgt ein schonender Eingriff, der das Gewebe durch winzige Einschnitte weitestgehend schont.

Effektive Nachsorge und Regeneration

Bis zur Stabilisierung ihres Zustandes bleiben die Patienten in der Regel im Aufwachraum oder auf der Intensivstation. Im Anschluss erfolgt die Verlegung auf eine normale Station.

Eine eingehende Beobachtung durch medizinisches Fachpersonal in den Tagen nach dem Eingriff ist für einen erfolgreichen Genesungsprozess unerlässlich. In Augenschein genommen werden dabei unter anderem der Verlauf der Wundheilung, Anzeichen von Komplikationen sowie die Funktionsweise der Bauchspeicheldrüse.

Bei einem optimalen Verlauf steht einer schrittweisen Rückkehr ins Alltagsleben nach einigen Tagen bzw. Wochen nichts im Wege.

Die Vorteile der robotischen Chirurgie auf einen Blick

Dass die hier im Zentrum stehende robotische Bauchspeicheldrüsenchirurgie für Patienten mit zahlreichen positiven Begleiterscheinungen einhergeht, wurde vorab bereits angesprochen. Gerade in Abgrenzung zu traditionellen Eingriffen punktet die hochmoderne Technik mit:

  • einer hohen Präzision
  • großer Beweglichkeit der Instrumente
  • der Möglichkeit zur exakten Durchführung
  • einer vergrößerten Darstellung des Operationsgebietes
  • der Schonung des umliegenden Gewebes durch kleinere Hautschnitte.

Für die Patienten bedeutet dies unter anderem:

  • ein geringeres Blutungsrisiko
  • weniger Schmerzen nach Eingriff
  • kürzere Krankenhausaufenthalte
  • schnellere Genesung.

Da sich die robotische Chirurgie fortwährend weiterentwickelt, sind in Zukunft zusätzliche Verbesserungen in Bezug auf Steuerungsmöglichkeiten, Bildqualität und mehr zu erwarten.

Mögliche Risiken und Einschränkungen der robotischen Bauchspeicheldrüsenchirurgie

Dass jeder medizinische Eingriff mit Risiken einhergeht, erklärt sich von selbst. Zwar fallen diese gegenüber der offenen OP weitaus geringer aus, sind jedoch auch bei einer minimalinvasiven Variante wie der robotischen Bauchspeicheldrüsenchirurgie durchaus möglich.

Verzögerungen bei der Wundheilung, Infektionen, Blutungen sowie Komplikationen in der Bauchspeicheldrüsenregion gehören zu den denkbaren Szenarien.

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist die Eignung des jeweiligen Krankheitsbildes für diesen ganz speziellen Eingriff. Entsprechend kann sich in besonders komplizierten Fällen wie fortgeschrittene, in Venen eingewachsene Tumore eine offene Operation als bessere Eingriffsvariante erweisen.

Auf Seiten des chirurgischen Teams wiederum sind neben einer speziellen Fachausbildung mit Schwerpunkt auf die robotische Chirurgie auch eine umfangreiche Erfahrung und Praxis gefragt.

Welche Patienten profitieren von der robotischen Bauchspeicheldrüsenchirurgie?

Geht es um die Frage, für wen der hier diskutierte robotische Eingriff an der Bauchspeicheldrüse geeignet ist, so ist eine Vielzahl an Faktoren zu berücksichtigen.

Dazu zählen unter anderem:

  • das genaue Krankheitsbild
  • der allgemeine Gesundheitszustand der Patienten
  • die Lage sowie Größe des Tumors
  • frühere medizinische Eingriffe in den Bauchraum.

Zur Abklärung, welches Operationsverfahren im Einzelfall die beste Option darstellt, ist eine umfangreiche Untersuchung im Vorfeld unabdingbar. Diese umfasst bereits erwähnte Maßnahmen wie ausführliche Gespräche sowie den Einsatz bildgebender Verfahren, allen voran MRT und CT.

Das Pankreas Zentrum in Wien: Ihre Anlaufstelle für minimalinvasive Eingriffe

Sind nach dieser Ausführung noch Fragen offengeblieben oder benötigen Sie weitere Informationen zur robotischen Bauchspeicheldrüsenoperation? Zählen Sie zu den Betroffenen und wünschen Sie ein Erstgespräch zu der für Sie persönlich idealen Methode?

Profitieren Sie von meiner langjährigen Erfahrung in der Präzisionschirurgie: Als Expertin für das da Vinci Xi -Systems mit über 400 erfolgreich durchgeführte Operationen begleite ich Sie bei allen Fragen zu dieser schonenden Operationsmethode. Durch meine Tätigkeit als medizinische Leiterin der hepatobiliären und Pankreasambulanz am BHS Wien sowie meine Arbeit als Autorin und Rezensentin in der Forschung garantiere ich Ihnen eine Betreuung auf aktuellstem medizinischem Niveau. Gerne unterstütze ich Sie mit fundiertem Fachwissen und modernster Technik bei Ihrem Anliegen.

Viele Krankheiten und Beschwerden lassen sich durch den hier vorgestellten roboter-assistierten, minimal-invasiven Eingriff behandeln.

Ob dieses hochmoderne und vergleichsweise schonende Fragen auch für Sie infrage kommt, besprechen wir am besten persönlich. Erreichbar bin ich wahlweise über die Kontaktseite oder die Online Terminbuchung.

Verlieren Sie keine kostbare Zeit, sondern wenden Sie sich mit Ihren Pankreasbeschwerden vertrauensvoll an mich, so dass wir gemeinsam eine wirkungsvolle Lösung finden können.

Häufige Fragen zur robotischen Bauchspeicheldrüsenchirurgie (FAQ)

Führt der Da-Vinci-Roboter die Operation selbstständig durch?

Nein, alle Bewegungen der Instrumente werden vom Chirurgen gesteuert. Das Robotersystem fungiert dabei lediglich als hochpräzises Werkzeug. Eigene Entscheidungen trifft es nicht.

Wie lange dauert ein roboter-assistierter Eingriff an der Bauchspeicheldrüse?

Da Bauchspeicheldrüsen-OPs zumeist komplexer Natur sind, kann sich ein medizinischer Eingriff über mehrere Stunden hinziehen. Generell hängt die Dauer jedoch von der Art und Schwere der Erkrankung sowie anderen Faktoren ab und kann entsprechend von Patient zu Patient stark variieren.

Wie sicher ist die robotische Bauchspeicheldrüsenchirurgie?

Die robotische Bauchspeicheldrüsenchirurgie gilt als sichere Methode, vorausgesetzt sie wird von erfahrenen Fachärztinnen und Fachärzten durchgeführt. Die fortschrittliche Da-Vinci-Technik zeichnet sich unter anderem durch präzisere Instrumente, optimierte 3D-Sichtverhältnisse und kleinere Schnitte aus. Gemeinsam senken diese das Risiko von ernsten Komplikationen und Folgeerscheinungen wie Entzündungen, Blutungen und Schmerzen.

Die Inhalte der Videos dienen ausschließlich der Informationsbereitstellung.

Diese ersetzen daher weder einen Besuch bei einem Arzt oder Ärztin noch eine professionelle Beratung und Behandlung durch eben diese. Diese Videos stellen keine Aufforderung zur eigenständigen Diagnose und/oder Behandlung bei gesundheitlichen Beschwerden dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultieren Sie umgehend einen Arzt oder Ärztin.

Diese Videos dienen ausschließlich der Information.

Ich lade Sie gerne zu Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen ein. Nutzen Sie dazu die Online Terminbuchung oder kontaktieren Sie mich direkt.

Dieses Video erklärt Ihnen das da Vinci 5 Robotersystem vorgestellt.

Videolänge: 2 Minuten 11 Sekunden | Auflösung: High-Definition

da Vinci Xi Robotersystem

Vorsorgekoloskopie als Prophylaxis für Darmkrebs ab 45 Jahre

Die Vorsorgekoloskopie zur Vorbeugung von Darmkrebs ab 45 Jahren

Darmkrebs gehört bei uns in Österreich und Europa zu den häufigsten Krebserkrankungen. Schätzungsweise mehr als 356.000 neue Fälle von Darmkrebs wurden in der EU allein 2022 diagnostiziert. Damit machte die Erkrankung im genannten Jahr rund 13 Prozent aller neu diagnostizierten Krebsfälle aus und zählt bis heute zu den meist verbreiteten Krebsarten. Bei Frauen lag sie 2022 an zweiter Stelle, bei Männern an dritter Stelle.

Die Erkrankung tritt typischerweise in einem höheren Lebensalter auf. So sind beispielsweise statistisch gesehen von 1000 Menschen, die zum ersten Mal mit der Diagnose Darmkrebs konfrontiert werden, 963 Personen über 50 Jahre alt. Für Menschen ab 45 spielt die Vorsorgekoloskopie als Prophylaxe darum eine sehr wichtige Rolle, denn sie kann unter Umständen Leben retten.

Die Bedeutung der Vorsorgekoloskopie

Die Vorsorgekoloskopie ist deshalb so wichtig, weil Krebs im Darm in vielen Fällen über Jahre hinweg völlig unbemerkt entsteht. Er entwickelt sich stets aus Schleimhautveränderungen: den sogenannten Darmpolypen. Diese verursachen oft über lange Zeit keinerlei Beschwerden. Ohne eine gezielte Untersuchung bleiben die Veränderungen deshalb oft unentdeckt, bis sich daraus irgendwann ein bösartiger Tumor entwickelt. Bei der Vorsorgekoloskopie geht es darum, potenziell gefährliche Veränderungen zu erkennen, bevor Krebs überhaupt entsteht. Diese Art der Früherkennung ist für Sie daher eine wertvolle Krebsprävention, die Sie ab dem 45. Lebensjahr nutzen können und sollten. Etwa ab diesem Alter steigt das Risiko für Darmkrebs nämlich erheblich an.

Gut zu wissen: Die Vorsorge ist auch dann sinnvoll, wenn Sie sich zu diesem Zeitpunkt vollkommen gesund fühlen und keine Beschwerden haben. Sie setzt nämlich nicht erst an, wenn Probleme mit dem Darm auftreten, sondern schützt Sie schon vorher. Wird Darmkrebs erst entdeckt, wenn Sie Symptome feststellen und daraufhin einen Arzt aufsuchen, befindet sich die Erkrankung häufig schon in einem fortgeschrittenen Stadium. Erkennt man ihn dagegen schon früh oder bereits bei seiner Entstehung, sind die Heilungschancen deutlich besser. Somit ist die Vorsorgekoloskopie eine der effizientesten Maßnahmen überhaupt, um die Erkrankung entweder ganz zu verhindern oder sie in einem Stadium zu entdecken, in dem sie noch sehr gut behandelbar ist.

Was genau ist eine Vorsorgekoloskopie?

Auch wenn Ihnen der Begriff Vorsorgekoloskopie nicht ganz geläufig ist: Einige Synonyme für diese standardisierte Untersuchung haben Sie bestimmt schon einmal gehört, denn sie ist auch unter den Bezeichnungen Darmkrebs-Früherkennungsuntersuchung, Kolon-Check und Darmspiegelung bekannt. Wenn es um die frühzeitige Erkennung von Krebs im Darm geht, ist sie nach wie vor der Goldstandard, da sie als sehr sicher und zuverlässig gilt. Die Vorgehensweise lässt sich gut erklären.

In den Dickdarm des Patienten wird über den After ein spezielles Endoskop eingeführt. Der medizinische Fachbegriff für das Gerät ist Koloskop. Es ist besonders biegsam und flexibel und setzt sich aus einem etwa fingerdicken Schlauch, einer hochauflösenden Kamera sowie einer Lichtquelle zusammen. Mit diesem hoch präzisen Instrument können mögliche Darmpolypen, Gewebeveränderungen und andere Anomalien verlässlich aufgespürt und bei Bedarf sogar direkt entfernt werden, denn es überträgt Echtzeitbilder vom Inneren des Darms auf einen Monitor. Es handelt sich hier um einen minimalinvasiven und schonenden Eingriff, für den der Patient bei Bedarf oder auf Wunsch sediert wird. Ich erkläre Ihnen nachfolgend den genauen Ablauf.

  • 1. Vor der Untersuchung findet in der Regel ein ausführliches Aufklärungsgespräch statt. Dabei haben Sie selbstverständlich die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder eventuelle Sorgen beziehungsweise Ängste zu äußern. Ich nehme mir ausreichend Zeit für Sie und gehe individuell auf Sie und Ihre gesundheitliche Situation ein.Dies gilt insbesondere für bestehende Vorerkrankungen sowie aktuell eingenommene Medikamente. Auch mögliche Allergien werden dabei berücksichtigt. Besonders wichtig ist die Information über Medikamente, die die Blutgerinnung beeinflussen. Je nach individueller Situation kann es gegebenenfalls sinnvoll sein, diese Medikamente vorübergehend anzupassen oder zu pausieren. Selbstverständlich erfolgt dies immer in enger Abstimmung mit Ihnen und wenn notwendig auch mit Ihrem behandelnden Arzt.
  • 2. Die Vorbereitung des Darms beginnt stets am Morgen vor der eigentlichen Untersuchung, die am Nachmittag stattfindet. Das ist für Sie besonders schonend. Ziel dieser Vorbereitung ist es, den Dickdarm vollständig zu reinigen, damit die Darmschleimhaut während der Spiegelung optimal sichtbar ist. In der Regel bekommen Sie dafür ein Abführmittel und eine spezielle Vorbereitungslösung, die Sie zu sich nehmen. Beides befreit den Darm von Stuhl und gewährt mir während der Darmspiegelung eine freie Sicht. Während dieser Vorbereitungsphase kommt es durch die abführenden Maßnahmen zu häufigem Stuhlgang, bis schließlich nur noch eine fast klare Flüssigkeit ausgeschieden wird. Dies ist ein Zeichen dafür, dass der Darm ausreichend gereinigt ist. Wichtig ist außerdem, dass Sie sich bis zum Abend des Vortages ganz normal ernähren dürfen.
  • 3. Am Untersuchungstag kommen Sie zur vereinbarten Zeit zu mir in die Ordination. Nach Ihrer Anmeldung werden noch einmal wichtige Informationen überprüft: etwa die Medikamente oder mögliche Allergien. Anschließend werden Sie in den Untersuchungsbereich der Chirurgie begleitet und auf die Untersuchung vorbereitet. Bleiben Sie ganz entspannt, denn ich führe eine sogenannte sanfte Koloskopie durch, das heißt, Sie erhalten in der Regel eine kurze Sedierung, die auch als Dämmerschlaf bezeichnet wird. Diese Sedierung sorgt dafür, dass Sie die Untersuchung nicht bewusst wahrnehmen, während Sie weiterhin selbstständig atmen. Es handelt sich dabei also nicht um eine Vollnarkose.Da es bei der Darmspiegelung durch die Reizung des Gewebes zu einer etwas erhöhten Empfindlichkeit kommen kann, wird Ihnen bei Bedarf selbstverständlich zusätzlich ein linderndes Medikament verabreicht. Während der gesamten Untersuchung werden Ihre Vitalwerte wie Puls, Blutdruck und Sauerstoffsättigung meist kontinuierlich überwacht.
  • 4. Die eigentliche Vorsorgekoloskopie beginnt dann, wenn die Sedierung wirkt. Dazu führe ich das vorhin beschriebene Koloskop vorsichtig über den After in den Dickdarm ein. Das Gerät wird langsam bis zum Übergang zwischen Dick- und Dünndarm vorgeschoben. Die Kamera überträgt währenddessen hochauflösende Bilder auf einen Monitor, sodass ich die gesamte Darmschleimhaut sorgfältig kontrollieren und untersuchen kann.Um eine gute Sicht auf die Darmwand zu ermöglichen, wird während der Untersuchung eine kleine Menge Luft oder Kohlendioxid in den Darm eingebracht. Dadurch entfaltet sich der Darm und die Schleimhaut kann vollständig betrachtet werden. Das Kohlendioxid wird vom Körper sehr schnell wieder aufgenommen, weshalb mögliche Druck- oder Völlegefühle nach der Untersuchung meist schnell wieder abklingen. Nachdem das Endoskop den gesamten Dickdarm erreicht hat, wird es langsam wieder zurückgezogen. Auch während dieser Rückzugsphase erfolgt eine sorgfältige Beurteilung der Darmschleimhaut. So können auch kleinste Veränderungen erkannt werden.Sollte ich während der Untersuchung Polypen oder auffällige Schleimhautveränderungen entdecken, kann ich diese meist direkt im selben Untersuchungsschritt entfernen. Die Polypentfernung erfolgt mit speziellen Instrumenten, die über das Endoskop eingeführt werden. Dank meiner Erfahrung ist es mir möglich, selbst große Polypen zu entfernen, so dass Sie nicht in einem Spital aufgenommen werden müssen. Gegebenenfalls kann ich auch kleine Gewebeproben (Biopsien) entnehmen die anschließend im Labor feingeweblich untersucht werden. Normalerweise dauert die Untersuchung etwa 20 bis 30 Minuten, sie kann jedoch etwas länger dauern, wenn zusätzliche Maßnahmen wie eben die Polypentfernung durchgeführt werden. Dank der Sedierung empfinden die meisten Patientinnen und Patienten die Untersuchung aber nicht als sehr unangenehm und erinnern sich danach häufig kaum daran. Sie liegen während der Vorsorgekoloskopie bequem auf der Seite.

Das richtige Verhalten nach der Vorsorgekoloskopie

Nach der Untersuchung verbringen Sie zunächst einige Zeit im Ruhe- beziehungsweise Aufwachbereich meiner Ordination, bis die Wirkung der Sedierung vollständig nachlässt. Auch wenn Sie sich schon nach kurzer Zeit wieder wach und orientiert fühlen, kann Ihre Reaktions- und Konzentrationsfähigkeit noch für mehrere Stunden eingeschränkt sein. Aus diesem Grund sollten Sie am Tag der Untersuchung kein Auto fahren, keine Maschinen bedienen und keine wichtigen Entscheidungen treffen. Es ist daher sinnvoll, bereits im Vorfeld eine Begleitperson zu organisieren, die Sie nach Hause begleitet.

Verbringen Sie den restlichen Tag möglichst ruhig und vermeiden Sie nach Möglichkeit körperliche Anstrengung. Sobald Sie sich wohlfühlen, dürfen Sie in der Regel auch wieder ganz normal essen und trinken. Ein bis zwei Tage nach der Untersuchung kann es gegebenenfalls zu leichten Stuhlunregelmäßigkeiten und Blähungen kommen. Das ist ganz normal und klingt schnell wieder ab. Sollte ich während der Koloskopie Polypen entfernt oder Gewebeproben entnommen haben, bekommen Sie von mir, falls erforderlich, zusätzliche individuelle Hinweise und Tipps zum Verhalten. Grundsätzlich verläuft die Erholungsphase jedoch sehr unkompliziert, sodass Sie oft bereits am nächsten Tag wieder Ihren gewohnten Aktivitäten nachgehen können.

Wie oft sollte eine Vorsorgekoloskopie durchgeführt werden?

In Österreich können Versicherte seit Oktober 2025 schon ab dem 45. Lebensjahr an Früherkennungsuntersuchungen gegen Darmkrebs teilnehmen. Da ich für die Vorsorgekoloskopie mit allen Kassen zusammenarbeite, ist die eigentliche Darmspiegelung für Sie kostenlos.

Zu dieser Vorsorge zählt neben der Darmspiegelung auch eine Stuhlprobe. Der moderne immunologische Stuhltest (FIT) ist dabei deutlich genauer als der früher üblicherweise verwendete Hämoccult-Test. Während die ältere Variante nämlich auch auf bestimmte Nahrungsmittel reagieren konnte, weist der FIT gezielt menschliches Blut nach und erkennt Blutungen im Dickdarm darum viel zuverlässiger. Er kann und sollte einmal jährlich durchgeführt werden. Der Grund für das kurze Intervall ist, dass Blutungen aus Polypen oder frühen Tumoren nicht unbedingt dauerhaft auftreten müssen. Das heißt: Ein einmaliger Test kann unauffällig sein, obwohl später Blut nachweisbar wäre. Wird der Test jedoch jedes Jahr wiederholt, steigt die Chance, solche Veränderungen früh zu erkennen, erheblich an. Wichtig: Ein positives Ergebnis bedeutet nicht zwangsläufig Krebs, ist aber ein dringender Hinweis darauf, eine Koloskopie zur genauen Abklärung durchzuführen.

Wenn bei der Untersuchung keine Auffälligkeiten festgestellt werden, reicht für die Vorsorgekoloskopie in der Regel ein Untersuchungsintervall von etwa zehn Jahren aus. Dieser relativ lange Abstand lässt sich ebenfalls medizinisch erklären. Krebs entwickelt sich im Darm nämlich sehr langsam, und in vielen Fällen entstehen bösartige Tumore aus zunächst gutartigen Darmpolypen erst über viele Jahre hinweg. Daher genügt es bei einem unauffälligen Befund meist, die Darmspiegelung erst nach einem längeren Zeitraum zu wiederholen. Werden während der Koloskopie Polypen entdeckt und entfernt oder zeigen sich andere auffällige Veränderungen der Darmschleimhaut, kann ein kürzeres Kontrollintervall sinnvoll sein. In solchen Fällen erkläre ich Ihnen selbstverständlich, wann die nächste Untersuchung erfolgen sollte, und gebe Ihnen entsprechende Empfehlungen mit auf den Weg.

Häufig bietet sich dann eine erneute Koloskopie bereits nach drei bis fünf Jahren an: beispielsweise um sicherzustellen, dass sich keine neuen Veränderungen entwickeln. Auch bei bestimmten Risikofaktoren kann es notwendig sein, die Vorsorge früher zu beginnen oder in kürzeren Abständen durchzuführen. Zu solchen Risikofaktoren gehören etwa familiäre Vorbelastungen mit Darmkrebs oder chronisch-entzündliche Darmerkrankungen.

Mittlerweile weiß man zudem, dass auch Faktoren wie Übergewicht, Rauchen, Alkohol sowie der häufige Konsum von stark verarbeitetem Fleisch das Risiko für krankhafte Darmveränderungen erhöhen können. Darum ist es wichtig, die eigenen Ess- und Lebensgewohnheiten von Zeit zu Zeit kritisch zu hinterfragen und gegebenenfalls zu verändern.

So tragen Sie zusätzlich zur Darmkrebsvorsorge bei

Neben der regelmäßigen Vorsorgekoloskopie gibt es eine ganze Reihe von Lebensstil-Faktoren, mit denen Sie selbst aktiv dazu beitragen können, Ihr Darmkrebsrisiko zu senken. Die Medizin weiß nämlich schon lange, dass die Ernährung, der Umfang der körperlichen Bewegung sowie allgemeine Gesundheitsgewohnheiten einen wichtigen Einfluss auf die Entstehung haben können. Einen Schwerpunkt bildet dabei ein ausgewogener und ballaststoffreicher Speiseplan. Möglichst naturbelassene Lebensmittel wie Gemüse, Obst, Hülsenfrüchte und Vollkornprodukte fördern eine gesunde Darmfunktion und unterstützen eine vielfältige Darmflora. Auch ein maßvoller Umgang mit Zucker und stark verarbeiteten Lebensmitteln kann sich positiv auf die Darmgesundheit auswirken.

Ein weiterer wichtiger Faktor ist regelmäßige körperliche Bewegung. Bereits moderate Aktivitäten wie zum Beispiel zügiges Spazierengehen, Radfahren oder Schwimmen leisten einen wertvollen Beitrag zur Senkung des Krebsrisikos. Warum? Weil Bewegung unter anderem den Stoffwechsel unterstützt, beim Erhalt eines gesunden Körpergewichts hilft und sich positiv auf das Immunsystem auswirkt. Sie merken also, die Vorsorgekoloskopie ab 45 ist richtig und wichtig, doch damit dabei keine Auffälligkeiten entdeckt werden, sollten Sie konsequent einen möglichst gesunden Lebensstil führen.

Sie wollen auf Nummer sicher gehen und eine Vorsorgekoloskopie durchführen lassen?

Oder haben Sie vielleicht noch Fragen zur Darmspiegelung und der damit verbundenen Darmvorbereitung? Ich stehe Ihnen gerne mit Erfahrung und Kompetenz zur Verfügung!

Setzen Sie sich einfach mit mir in Verbindung oder nutzen Sie direkt meine komfortable und praktische Online-Terminbuchung für ein kostenpflichtiges Vorstellungsgespräch. Ich freue mich darauf, Sie kennenzulernen und Sie in meiner Chirurgie begrüßen zu dürfen!

Die Inhalte der Videos dienen ausschließlich der Informationsbereitstellung.

Diese ersetzen daher weder einen Besuch bei einem Arzt oder Ärztin noch eine professionelle Beratung und Behandlung durch eben diese. Diese Videos stellen keine Aufforderung zur eigenständigen Diagnose und/oder Behandlung bei gesundheitlichen Beschwerden dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultieren Sie umgehend einen Arzt oder Ärztin.

Diese Videos dienen ausschließlich der Information.

Ich lade Sie gerne zu Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen ein. Nutzen Sie dazu die Online Terminbuchung oder kontaktieren Sie mich direkt.

Dieses Video erklärt Ihnen wie eine Darmspiegelung durchgeführt wird.

Videolänge: 1 Minuten 22 Sekunden | Auflösung: High-Definition

Koloskopie - Darmspiegelung

Leitung Chirurgische Hepatobiliäre Ambulanz – BHS Wien

Ich freue mich Ihnen mitzuteilen, dass mit Anfang Dezember 2023 die Chirurgische Hepatobiliäre Ambulanz im Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Wien neu gegründet und ich als Leiterin dieser Ambulanz etabliert wurde.

Die hepatobiliäre Chirurgie beschäftigt sich mit Erkrankungen der Leber, Gallenblase, Gallenwege sowie Bauchspeicheldrüse und ich freue mich Sie in den Sprechstunden diesbezüglich in der Ambulanz betreuen zu dürfen.

Die Bekanntmachung der neuen Ambulanz erfolgte unter anderem durch das Krankenhaus Barmherzige Schwestern Wien auch auf LinkedIn: Bekanntmachung Chirurgische Hepatobiliäre Ambulanz – Dr. Radoslava Stoyanova

Informationen zu der Ambulanz und den aktuellen Ambulanzzeiten finden Sie unter: Chirurgische Hepatobiliäre Ambulanz BHS Wien

Sehr gerne betreue ich Sie auch zu diesem Thema in meiner privaten Ordination und freue mich über Ihre Kontaktaufnahme mittels Kontaktformular oder direkt über die Online-Terminbuchung.

Entfernung von Gallensteinen mit neuen, schonenden Operationstechniken

Gallensteine sind in westlichen Industrienationen weit verbreitet. Geschätzt jeder Fünfte ist davon betroffen. Viele betroffene Menschen ahnen nichts davon, solange ihr Stein keine Beschwerden verursacht. Manchmal wird der Stein aus einem anderen Anlass als Nebenbefund bei einer bildgebenden Untersuchung wie Röntgen oder Sonografie des Bauchraumes entdeckt.

Schmerzen der Gallenblase

Eine Gallensteindiagnose führt oft nicht sofort zu einer Operation. Bei Beschwerdefreiheit sehen viele dafür keinen Anlass. Sogar beim Auftreten von Bauchschmerzen bis hin zu Koliken nehmen Patienten von einer Gallenblasenentfernung gern zunächst Abstand. Schließlich klingen die Beschwerden wieder ab, zumindest anfangs. Zu dem Zeitpunkt verdrängen viele gedanklich noch ihren Stein und vertagen seine operative Entfernung auf unbestimmte Zeit. Vielleicht war es ohnehin nur eine einmalige Kolik? Auf solch eine eher trügerische Hoffnung sollte man sich jedoch besser nicht verlassen. Ein Gallenstein oder auch mehrere können zwar lange Zeit stumm bleiben, durchaus auch mal über das gesamte weitere Leben. Sie bedeuten allerdings ein ständiges Risiko und begünstigen obendrein Gallenblasenentzündungen. Schon beim nächsten Auftreten von Beschwerden kann die Situation innerhalb kurzer Zeit bis zur sofortigen Noteinweisung ins Krankenhaus eskalieren.

Im eigenen Interesse empfiehlt sich hier umsichtiges Handeln, indem man eine Gallenblasenentfernung rechtzeitig einplant und umsetzt. In der modernen Bauchchirurgie zur Gallenblasenentfernung hat sich die sogenannte Schlüssellochchirurgie als minimalinvasive Chirurgie bewährt. Inzwischen hat diese OP-Technik der Gallenblase die hier früher üblichen Methoden der Bauchchirurgie weitgehend ersetzt.

Ich bin Chirurgin mit Spezialisierung auf Minimalinvasiv-Chirurgie, unter anderem im hier gefragten Bereich der Leber und Gallenwege. Meine umfassende Ausbildung und reiche Erfahrung sichern meinen Patienten das beruhigende Know-how einer Expertin auf ihrem Gebiet.

Gallensteine: Ursachen und Risiken

In der Alltagssprache ist häufig von der Galle die Rede, wenn die Gallenblase gemeint ist. Medizinisch korrekt bezeichnet „Galle“ die im Hohlorgan Gallenblase enthaltene Gallenflüssigkeit. Die Galle gelangt von ihrem Entstehungsort in der Leber direkt in die darunter befindliche Gallenblase, die ihr als Depot dient – bis zum Einsatz der Gallenflüssigkeit im Fettverdauungsprozess. Hierzu führt aus der Gallenblase der Gallengang in den Zwölffingerdarm, wo die Gallenflüssigkeit mit ihrer Aufgabe beginnt.

Wie es zu Steinen in der Gallenblase kommt

Bei Gallensteinen handelt es sich um kristallisierte oder verklumpte Gallenflüssigkeitsanteile: fast immer Cholesterin – rund 80 % aller Gallensteinfälle in Österreich, ansonsten Bilirubin als ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffs Hämoglobin und gelegentlich Mischtypen aus beiden Substanzen. Anfangs noch kleine Steine, können diese bis auf über Murmelgröße heranwachsen. Ihre Gestalt ist kugelförmig, länglich oder unregelmäßig, wobei eventuelle Kanten meist abgerundet sind.

Die Bildung von Gallenblasensteinen hängt überwiegend mit einer kalorienreichen, dabei oft überdurchschnittlich fetthaltigen Ernährung zusammen, dazu Übergewicht und Bewegungsmangel. Vereinzelt besteht außerdem eine genetische Veranlagung. Hierbei liegt die Gallensteinneigung an einer steinfördernden Zusammensetzung der Gallenflüssigkeit.

Insgesamt lassen sich sechs Faktoren identifizieren, die eine Gallensteinbildung begünstigen. Die daraus abgeleitete 6-F-Regel stammt ursprünglich aus der englischen Medizin und lautet ins Deutsche übertragen:

  • female: Frauen
  • fair: blond + hellhäutig
  • fertile: fruchtbar
  • fat: übergewichtig
  • forty: über 40 Jahre alt
  • family: familiäre Veranlagung

Die genannten Faktoren bezeichnen Eigenschaften, von denen meist gleich mehrere auf den Großteil der Gallensteinpatienten zutreffen. Tatsächlich sind zum Beispiel überwiegend Frauen betroffen. Die 6-F-Regel zeigt aber lediglich eine Tendenz auf. Es können auch Männer, Jüngere und Schlanke sowie Menschen sämtlicher Haut- und Haarfarben von Steinen in der Gallenblase betroffen sein.

Welche Risiken gehen von Gallensteinen aus?

Obwohl viele Gallenblasensteine häufig keinerlei Beschwerden bereiten, können aus solchen eher zufällig entdeckten sogenannten „stummen Steinen“ eines Tages „sprechende Steine“ werden. Erste Warnsignale sind meistens Druck oder Schmerzen im rechten Oberbauch bis hin zur krampfartigen, heftig schmerzenden Gallenkolik – insbesondere nach fetthaltigen Mahlzeiten. Völlegefühl, Aufstoßen, Übelkeit und Erbrechen begleiten häufig derartige Episoden, deren Dauer von einigen Minuten bis mehreren Stunden reicht. Auch wenn solche Ereignisse von selbst oder nach Medikamenteneinnahme wieder enden, sollten Betroffene dann bereits über eine Gallenblasenentfernung nachdenken.

Ständige Gallensteinreizung führt leicht zu einer Gallenblasenentzündung. Vor allem die Größe und Lage der Steine sind für Gallenblasenbeschwerden verantwortlich. Schon ein einzelner vor dem Gallengang liegender großer Stein versperrt den Weg zum Abfluss der Gallenflüssigkeit in den Zwölffingerdarm. Aus der Leber fließt jedoch kontinuierlich neu gebildete Galle in die Gallenblase nach. Es kommt zum Stau beziehungsweise zur Überfüllung der Gallenblase. Auf den steigenden Druck der Gallenflüssigkeit gegen die Gallenblasenwand reagiert diese zuerst mit einer Wandverdickung. Es kann zur Bildung einer Phlegmone kommen, bei der sich die Gallenblasenwand allmählich auflöst und die Flüssigkeit in den freien Bauchraum austritt. Ebenso aufstauend wirken kleinere in den Gallengang gelangte Gallenblasensteine, wo sie den Abfluss der Gallenflüssigkeit behindern.

Gelegentlich verändern ungünstig in der Gallenblase liegende Steine ihren Ort wieder zum Besseren. Bleibt jedoch der Abfluss der Gallenflüssigkeit versperrt, wird sich das Befinden innerhalb weniger Stunden dramatisch verschlechtern. Außer der Abflussbehinderung besteht meistens noch eine bakterielle Gallenblasenentzündung. Typische Symptome sind:

  • andauernde starke Schmerzen im rechten Oberbauch
  • krampfartige bis kolikartige Bauchschmerzen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Appetitverlust
  • Schweißausbrüche
  • Schüttelfrost
  • Fieber
  • mittel- bis dunkelbrauner Urin
  • Gelbsucht

Das extreme Unwohlsein tritt in der Regel spontan auf und erfordert eine umgehende Einweisung ins Krankenhaus.

In so einer Situation ist das Allgemeinbefinden häufig so schlecht, dass es schwerfällt, vor dem Krankenhausaufenthalt noch anstehende wichtige Angelegenheiten zu regeln. Eine in Ruhe geplante Operation hilft, solchen Stress zu vermeiden.

Eine Gallenblasenentfernung befreit einen Patienten schnell von Gallenblasenbeschwerden. Die dafür heute meistens eingesetzte minimalinvasive Chirurgie ist schonend und risikoarm.

Gibt es nichtoperative Methoden zur Beseitigung von Gallenblasensteinen?

Gallensteinpatienten fragen häufig, ob die Beseitigung ihrer Steine wie bei Nierensteinen mit einer Stoßwellentherapie möglich ist. Allerdings ist eine Gallensteinzertrümmerung nur bei maximal zwei vorhandenen Steinen und bis zu einer Steingröße von etwa einem Zentimeter möglich. Die Erfolgsquote beträgt lediglich 50-70 %. Beim Abgang der Steine über den üblichen Weg Richtung Zwölffingerdarm wie bei der Gallenflüssigkeit besteht die Gefahr, dass sich Gallensteintrümmer im Gallengang verkeilen und so ein neues Abflusshindernis bilden. Eingeschränkt sind auch die Behandlungserfolge bei einer ebenfalls häufig nachgefragten medikamentösen Gallensteinbeseitigung. Zum einen kommen hierfür nur reine Cholesterinsteine infrage, zum anderen dauert diese Behandlungsart lange – eventuell bis zu mehreren Jahren.

Allen nichtoperativen Methoden ist gemeinsam, dass sie – mit Einschränkungen – zwar aktuelle Beschwerden lindern können, aber keinen langfristigen Erfolg versprechen. Bei wem es einmal zur Gallensteinbildung kam, bilden sich beim Erhalt der Gallenblase oft erneut Gallenblasensteine. Dauerhafte Abhilfe bringt einzig die Entfernung der Gallenblase als Ursache der Symptome. Die gut verträgliche minimalinvasive Operationstechnik hat sich gegenüber diesen weitaus weniger erfolgreichen alternativen Behandlungsmethoden allgemein durchgesetzt.

Gallenblasenentfernung per Schlüssellochchirurgie

Wenn Gallensteinbeschwerden auftreten, ist eine operative Entfernung der Gallenblase ratsam. Es bleibt nämlich höchst selten bei nur einem Schmerzereignis. Dabei fallen die Verläufe von Gallenblasenbeschwerden sehr unterschiedlich aus: Während einige Menschen über Jahre Gallenkoliken mit längeren Pausen dazwischen erleben, kann bei anderen nach nur ein oder zwei Episoden das Geschehen plötzlich bis zum medizinischen Notfall entwickeln. Niemand kann sich also darauf verlassen, dass sich steinbedingte Gallenblasenbeschwerden auf ein bestimmtes überschaubares Niveau einpendeln oder nur allmählich steigern, bis eine Operation sinnvoll erscheint. Nein, eine solche Situation ist stets unberechenbar.

Mit wiederkehrenden Beschwerden sowie einer Gallenblasenentzündung macht nur eine Operation endgültig Schluss. Bei der Schlüssellochtechnologie handelt es sich um einen überaus schonenden operativen Eingriff von circa 30-40 Minuten Dauer, ausgeführt in Vollnarkose. Patienten spüren also nichts während der Operation.

Wie die Schlüssellochchirurgie bei einer Gallenblasenentfernung funktioniert

Zur Entfernung der Gallenblase über eine minimalinvasive Operation verwende ich als Chirurgin die SILS-Technik. „SILS“ ist die Abkürzung für „Single Incision Laparoscopic Surgery”, also eine laparoskopische beziehungsweise minimalinvasive Operationsmethode mit hier nur einem Schnitt. Im Vergleich zur ursprünglichen minimalinvasiv durchgeführten Cholezystektomie – der Entfernung der Gallenblase – mit mehreren, meistens vier, winzigen Bauchschnitten mit entsprechend kaum sichtbaren Narben, hinterlässt die SILS-Technik überhaupt keine Spuren: Ihr einziger Schnitt erfolgt im Bauchnabel. Die dabei entstehende kleine Narbe verschwindet wortwörtlich in der Versenkung – am Grund des Bauchnabels, der selbst bekanntlich eine Geburtsnarbe ist.

Der Bauchnabelschnitt ermöglicht das Einführen sämtlicher für die Operation benötigten Utensilien. Die eingelassene kleine Spezialkamera bildet die Verhältnisse in der Bauchhöhle auf einem Monitor für mich und mein OP-Team übersichtlich ab. Ebenso gelangen die zur Herausnahme der Gallenblase benötigten Instrumente durch diese Öffnung zum Operationsgebiet. Die Geräte sind mit ihrer Form exakt auf die anspruchsvolle SILS-Technik abgestimmt: Die neu entwickelten Spitzen der Instrumente sind bis zu 80° abwinkelbar, zudem können die Instrumente frei rotieren, sodass sie sich nicht gegenseitig behindern. Nach Beendigung des Eingriffs und Entfernung von Kamera und Instrumenten wird der Schnitt sorgfältig vernäht.

Bei der SILS-Operationstechnik handelt es sich um die fortschrittlichste Methode der Minimalinvasiv-Chirurgie. Sie bringt Patienten zur Entfernung der Gallenblase mehrere Vorteile:

Der schonende Eingriff erfolgt als tagesklinischer Eingriff, von dem sich die Patienten rasch erholen. Schmerzen sind eher gering, bei Bedarf mit Medikamenten gut behandelbar und hören bald ganz auf. Die Entlassung aus dem Krankenhaus nach dieser minimalinvasiven operativen Entfernung der Gallenblase erfolgt normalerweise noch am selben Tag, spätestens am Folgetag.

Moderne Schlüssellochchirurgie nach der SILS-Methode ist ein schonenderer, komplikationsärmerer Eingriff als die Variante mit vier kleinen Schnitten und erst recht als die offenen Bauchoperationen von früher. Die erprobte SILS-Operationstechnik hinterlässt aufgrund ihres Zugangs über den Bauchnabel keine sichtbare Narbe. Insgesamt bietet der Heilungsprozess weitere überzeugende Vorteile: Die Operationswunde ist minimal und verheilt zügig. Das Risiko für spätere Verwachsungen und Narbenbrüche ist sehr gering.

Die minimalinvasive Gallenblasenoperation ermöglicht eine relativ schnelle Wiederherstellung der vollen körperlichen Belastbarkeit. Empfohlen wird eine körperliche Schonung von bis zu vier Wochen nach der Operation. Insbesondere Sport und Anstrengungen wie das Tragen schwerer Lasten – darunter Einkaufstaschen – sollten unbedingt so lange nach der Operation unterbleiben.

Duschen ist bereits kurz nach der OP problemlos möglich, denn die winzige Operationswunde lässt sich ganz einfach mit wasserdichtem Pflaster gegen eindringendes Wasser schützen. Mit Vollbädern sollten Patienten hingegen noch warten, bis alles verheilt ist.

Wie lebt es sich ohne Gallenblase?

Zu den allgemeinen Überlegungen rund um die Operation zur Entfernung von Gallenblasensteinen und der Gallenblase selbst gesellen sich bei vielen Patienten Fragen wie: Ist das Leben ohne Gallenblase womöglich mit lebenslangen Einschränkungen verbunden? Sind Verdauungsprobleme zu erwarten? Ist eine spezielle Diät erforderlich?

Die Fragen sind verständlich, denn die Gallenblasenflüssigkeit spielt schließlich eine bedeutende Rolle in der Fettverdauung. Obwohl die Depotfunktion der Gallenblase wegen ihrer Entfernung künftig nicht mehr gegeben ist, funktioniert die Fettverdauung weiterhin problemlos. Die Gallenflüssigkeit gelangt nun sofort direkt in den Darm. Dadurch erübrigt sich eine Diät. Patienten merken nicht, dass sie keine Gallenblase mehr haben – außer, dass sie ab jetzt von Gallenbeschwerden verschont bleiben.

Kontaktieren Sie mich gern!

Sie haben ein Gallensteinproblem und planen eine Gallenoperation zur Steinentfernung? Oder Sie haben noch Fragen hierzu? Vereinbaren Sie einen Beratungstermin bei mir, am besten gleich über die Online-Terminbuchung oder kontaktieren Sie mich direkt über das Kontaktformular.

 

Weiterführende Links:

https://www.netdoktor.at/krankheiten/gallensteine/

https://www.gesundheitsinformation.de/wie-funktioniert-die-gallenblase.html

https://www.mariahilf.de/de/UserFiles/110/de/pdf/2016-10-28_galle.pdf

https://www.khporz.de/de/fachbereiche-und-zentren/allgemeinchirurgie/bauchchirurgie/gallensteine.html

https://www.aachener-zeitung.de/ratgeber/gesundheit/kolik-nach-fetter-kost-schluesselloch-chirurgie-gegen-gallensteine_aid-27269497

Die Inhalte der Videos dienen ausschließlich der Informationsbereitstellung.

Diese ersetzen daher weder einen Besuch bei einem Arzt oder Ärztin noch eine professionelle Beratung und Behandlung durch eben diese. Diese Videos stellen keine Aufforderung zur eigenständigen Diagnose und/oder Behandlung bei gesundheitlichen Beschwerden dar. Bei gesundheitlichen Beschwerden konsultieren Sie umgehend einen Arzt oder Ärztin.

Diese Videos dienen ausschließlich der Information.

Ich lade Sie gerne zu Vorsorge- und Kontrolluntersuchungen ein. Nutzen Sie dazu die Online Terminbuchung oder kontaktieren Sie mich direkt.

Dieses Video enthält Informationen zur angewandten SILS-Technik, welche bei der Gallenblasenentfernung durch mich angewandt wird.

Videolänge: 2 Minuten 18 Sekunden | Auflösung: 240p

Single Incision Laparoscopic Surgery - SILS

Search

+